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Seit Mitte der Neunziger wird der Begriff Kurzfilm des
Öfteren als Oberbegriff für Filme eingesetzt, die als
nicht kommerziell gelten. Short cuts haben also eine viel
größere Bedeutung als früher, denn sie
dienen nicht mehr nur der Unterhaltung, sondern sind kritisch,
anklagend und zuweilen sehr tiefgründig und philosophisch. So kann man sich eine Vielzahl unterschiedlicher Kurzfilme ansehen und wird immer wieder feststellen, dass jeder einzelne Film etwas zu sagen hat. Im Gegensatz zu den meisten Hollywood Produktionen, die dazu dienen berühmte Schauspieler noch berühmter und Filmemacher noch reicher zu machen, wird in Kurzfilmen meist auf bekannte Schauspieler verzichtet. Man soll sich als Zuschauer seine eigene Meinung zu dem Film bilden, ohne sich von Sympathie leiten zu lassen. "Kurzfilmtreffen" sind in der Szene zu einem Hype geworden.
Man kommt zusammen, schaut einen Kurzfilm nach dem anderen und zum Schluss werden die Notizen, die man während der Filme gemacht hat, dazu genutzt, zu interpretieren. Man diskutiert darüber, welche Aussage hinter dem Film steckt. Ähnlich wie bei einer Fabel die Parabel. Szene deshalb, weil laut einer Vielzahl von Umfragen die Masse der Bevölkerung, Filme zur Ablenkung vom Alltag nutzt. Und dazu sind Kurzfilme nicht zwingend geeignet, weil sie sich oftmals mit den Schattenseiten des Lebens beschäftigen, die Realität beleuchten und ein Happy End nicht immer zu erwarten ist. Eine Parallelwelt, eine Alice-im-Wunderland Zone, in die der Zuschauer flüchten kann, in der er sich wohl fühlt, staunt über Wundersames - Das sieht man selten in Kurzfilmen. Und wenn, dann stehen sie für etwas anderes.
Den Kurzfilm mit dem "Studentenfilm" gleichzusetzen, das ist nur bedingt korrekt. Studenten bedienen sich daran, weil sie noch nicht die ausreichenden Mittel zur Verfügung haben, um einen Langfilm zu drehen. Oft ist es aber auch Vorgabe der Hochschulen.